Der Software-Entwickler hinter vielen bekannten Namen der Coaching-Bubble
- Veröffentlicht
- 01.08.2026
- Lesezeit
- 20 Min
Ein Award für über eine Million Euro Umsatz. Zwei Magazin-Porträts. Eine Firmenwebsite, auf der „Aktuell keine Kapazitäten“ steht. Und ein Name, den in der deutschen Coaching-Szene kaum jemand nennt, obwohl die Technik hinter mehreren der Großen über seinen Schreibtisch läuft.
Wir haben nachgesehen, was hinter diesem Namen steckt und uns dafür Belege vorlegen lassen, statt Behauptungen anzuhören.
Angefangen hat Ben Willer mit 13, mit Gaming-Addons, nicht für Geld. Sein erster bezahlter Auftrag brachte 20 Euro für mehrere Tage Arbeit.

Wer ist Ben Willer?
Ben Willer ist Software-Entwickler und Unternehmer aus Baden-Württemberg. Der Einstieg lief nicht über ein Informatikstudium, sondern über Gaming-Addons, die er als Teenager baute. Danach kamen Webdesign-Aufträge, dann der Wechsel zur reinen Softwareentwicklung. Woran er misst, ob dabei etwas Gutes herauskommt, sagt er in einem Porträt im
Erfolg Magazin vom 05.05.2026:
„Für mich ist Software dann gut, wenn der Kunde ihren Nutzen sofort spürt.“
Als Wendepunkt nennt er sein erstes fünfstelliges Projekt. Daran verdiente er nicht als Dienstleister, sondern mit Beteiligung.
Heute betreibt er zwei Unternehmen: die Software-Firma Willer-Software und das Bewertungsportal business-lernen.de, das Erfahrungsberichte zu digitalen Produkten veröffentlicht. Beide Unternehmen sind nach eigenen Angaben seit 2023 aktiv.
Der externe CTO
In den beiden Magazin-Porträts kommt es nur am Rand vor. Im Tagesgeschäft ist es der Kern. Willer betreut mehrere größere Coaches als externer CTO. Er verantwortet ihre technische Infrastruktur, ohne selbst auf der Bühne zu stehen. Mehrere voneinander unabhängige Quellen haben uns diese Mandate bestätigt.
Externer CTO heißt in diesem Umfeld nicht „macht die Website“. Es heißt: Kursplattform, Mitgliederbereich, Zahlungs- und Zugangslogik, die Automationen zwischen Zahlungsanbieter, E-Mail-Tool und CRM. Dazu die Frage, was passiert, wenn ein Launch statt 200 auf einmal 4.000 Käufe erzeugt. An dieser Schicht skaliert ein Coaching-Business, oder es scheitert vor Publikum. Von außen sieht sie niemand.
Daher rührt das Muster, das diese Story interessant macht. Ein Teil der Reichweite, die in der Bubble unter bekannten Namen läuft, steht technisch auf Arbeit, die nie jemand unter diesen Namen sucht. Welche Coaches das sind, veröffentlichen wir nicht. In diesem Segment sind Verschwiegenheitsvereinbarungen die Regel. Der Redaktion liegen die Belege vor.
Wie groß diese Schicht ist, lässt sich in diesem Fall beziffern. Wir haben die Dashboards eingesehen: Die Projekte, an denen Willer beteiligt war, haben zusammen über eine Million Euro Nettoumsatz erzielt. Einzelne Webinar-Launches für digitale Produkte lagen dabei im sechsstelligen Bereich.
Das ist der Umsatz der Projekte, nicht sein eigener. Er baut die Systeme, über die dieses Geld läuft, und bekommt dafür ein Honorar, teils plus Beteiligung.
Projekte und Erfolge
Willer-Software nennt sich nicht Agentur, sondern „Sparring-Partner für SaaS-Lösungen“. Willer berät seine Kunden neben der Entwicklung auch bei Preisgestaltung und Vertrieb. Zum Zeitpunkt unserer Recherche stand auf der Website: „Aktuell keine Kapazitäten.“
business-lernen.de existiert nach eigenen Angaben seit 2023 und schreibt Erfahrungsberichte zu Online-Kursen, Coachings und Tools. Das Motto: „Erst prüfen, dann kaufen.“ Registrierte Nutzer bekommen „Boni zu ausgewählten Angeboten“.
Der sichtbarste Erfolg ist ein Award einer der großen Verkaufsplattformen für digitale Produkte. Die Plattform vergibt ihn ab einer Million Euro Umsatz. Wir haben ihn im Original gesehen.

Dazu kommen zwei Porträts, in denen Willer seine Sicht auf die Software-Branche darlegt: im
Erfolg Magazin (05.05.2026) und im
Founders Magazin (12.06.2026). Seine Kernthese dort: „Reine technische Umsetzung reicht heute nicht mehr aus.“ Gefragt seien Entwickler, die verstehen, „welches Problem gelöst werden soll“. Beide Porträts beruhen auf seinen eigenen Angaben; die Zahlen in dieser Story haben wir unabhängig davon geprüft.
Das Interview
Das Gespräch führte Johannes Eising.
marketingpuls: Worauf muss man achten, wenn man ein SaaS-Produkt für ein Coaching entwickelt?
Im Prinzip unterscheidet sich das nicht großartig von anderen SaaS-Produkten. Wichtig ist die strategische Umsetzung: Die User Experience steht an erster Stelle, und je mehr Features, desto besser. Der Kunde will am Ende nichts anderes, als den Kauf abzuschließen und sofort einen Wow-Effekt zu bekommen. Den erzielt man meist über Animationen und über gut gefüllte Dashboards. Dann ist der Kunde glücklich. So reduziert man Retouren, die Stornoquote geht runter, und über die Dashboards kann man mit Upsells arbeiten.
Jede Software, die man für ein Coaching-Produkt entwickelt, ist im Prinzip nichts anderes als ein weiterer Upsell-Prozess, der eben nicht über den typischen Video-Upsell läuft. Man achtet also auf drei Säulen: Upsell, Kundenbetreuung und Strategie. Der Grund, warum der Kunde das Coaching kauft, ist ja, dass er die Software im besten Fall kostenlos dazubekommt. Er sieht den Sinn für sich in den Funktionen. Aus Anbietersicht ist die Funktion ganz klar Upsell und Kundenbetreuung. Wenn man mit KI arbeitet, kann man die Kundenbetreuung komplett auslagern und spart sich damit Mitarbeiter. Und Upsells laufen über Dashboards, E-Mail-Marketing und Push-Benachrichtigungen, wenn man eine App integriert.
Wir haben in den Dashboards Launches im sechsstelligen Bereich gesehen. Was entscheidet an so einem Tag über den Erfolg oder eine totale Katastrophe?
Da kann ich eigentlich nur ein Wort sagen: Perfektion. Launches macht man meist über Webinar-Funnel, und beim Webinar-Funnel ist alles zahlengetrieben. Man kann sich das wie ganz viele Zahnräder vorstellen: Wenn ein Zahnrad nicht richtig läuft oder irgendwo hakt, gehen die KPIs runter, und damit am Ende der Umsatz.
Jedes Zahnrad muss sitzen: Kundengewinnung, Werbeanzeigen, und dann das Webinar selbst. Bei den einzelnen Webinarfolien schaut man, wo die Absprungquote am höchsten ist. Wenn eine Folie nicht richtig sitzt, geht die Wiedergabequote runter, und man verliert. Bei einem richtig guten Launch achtet man darauf, dass das Angebot sitzt. Aber das Wichtigste ist immer das Marketing: Marketing entscheidet darüber, ob sich die Leute das Webinar überhaupt anschauen.
Du baust die Systeme, mit denen andere sichtbar werden und großen Erfolg haben, und bleibst selbst im Hintergrund. Ist das eine bewusste Entscheidung, oder kann man in Zukunft mehr von dir erwarten?
Am Anfang habe ich mir immer Gedanken gemacht, wie ich mir anonym etwas aufbauen kann. Ich hatte nie Interesse, großartig im Vordergrund zu stehen. Ich dachte mir: Ich kann Geld auch anonym verdienen und muss mich nicht selbst inszenieren. Mittlerweile komme ich durch die Launches immer mehr mit Kunden in Kontakt, und ab und zu fragen sogar Kunden von Kunden, ob ich nicht mal ein Coaching geben kann oder irgendetwas in die Richtung. Dadurch fühle ich mich inzwischen dazu hingezogen, mal mit Social Media anzufangen und gratis Mehrwert rauszuhauen. Kein Coaching, aber mich einfach ein bisschen mehr blicken lassen.
Langfristig ist mein Ziel trotzdem, alles anonym zu machen und meine Strategien größtmöglich für mich zu behalten. Warum sollte ich das veröffentlichen, wenn es bei mir läuft und ich damit Ergebnisse erziele? Warum sollte ich mir selbst Konkurrenz aufbauen? Trotzdem kann man in Zukunft vielleicht mal was erwarten, Richtung Vlogs, Richtung Lifestyle.
Also kein Fan von klassischen „Mach-mich-reich“-Coachings?
Nein.
Du hast mit 13 angefangen, Gaming-Addons zu bauen. Wann hast du gemerkt, dass daraus wirklich ein Geschäft werden kann?
Diesen einen Moment gab es nicht. Wenn man einen nennen möchte, dann war es der Abend, an dem ich relativ spontan ein Plug-in für Minecraft für 20 Euro verkauft habe. Ich wollte 20 Euro verdienen, weil ich mir ein Spiel kaufen wollte. Also habe ich jemanden angeschrieben, von dem ich wusste, dass er Bedarf hat, habe es ihm verkauft und 20 Euro verdient. Dafür hatte ich aber, glaube ich, eine Woche daran entwickelt. Für das damalige Verhältnis war das ein größeres Projekt.
Da war der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Ich kann Geld verdienen. Das habe ich dann aber lange liegen gelassen. Erst später, als ich mir wirklich Gedanken gemacht habe, wie ich mit Softwareentwicklung Geld verdienen kann, einfach weil es mir Spaß macht, habe ich daran zurückgedacht: Da hat ja schon mal jemand etwas gekauft. So unwahrscheinlich klingt es also gar nicht, dass nochmal Leute von mir kaufen.
So hat sich das Schritt für Schritt gesteigert. Ich habe mit Marketing angefangen, bin dann zu Webdesign übergegangen, weil das die typischen Geldverdien-Branchen sind. Der große Umschwung kam, als ich mir gedacht habe: Ich will nicht nur Geld verdienen, ich will auch wirklich etwas bauen. Da habe ich mich entschieden, endlich in die Softwareentwicklung zu gehen und wirklich Software zu verkaufen, Web-Dashboards, Apps. So habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Aber das war ein langer Prozess.
Dein erster Auftrag brachte 20 Euro für sehr viel Arbeit. Wie hast du dich in dem Alter gegen Klischees und fehlenden Respekt durchgesetzt?
Das 20-Euro-Addon zu verkaufen war relativ leicht, weil die Person im selben Alter war wie ich. Das war eine Gaming-Community: Er brauchte das, er gab mir 20 Euro, damals noch per Paysafecard, also eine Gutscheinkarte.
Schwieriger wurde es, als ich angefangen habe, Websites zu verkaufen. Da hatte ich anfangs enorme Schwierigkeiten. Mein erster Auftrag, 500 Euro für eine Webseite, wurde mir nie bezahlt. Ich wurde von einem relativ bekannten Social-Media-Marketer abgezogen, den es heute so nicht mehr gibt. Ich habe eine Webseite gebaut, die richtig gut war und auch gut performt hat. Die Bezahlung blieb trotzdem aus. Da habe ich gelernt, Learning by Doing: Ich muss darauf achten, dass ich Rechnungen richtig festhalte und Verträge aufsetze.
Dann ging es weiter mit Webdesign. Ich habe angefangen, kalt zu akquirieren, damals im Immobilienmarkt. Da wurde ich von zig Leuten am Telefon angebrüllt und überhaupt nicht ernst genommen. Über die Kunden, die mir dann doch eine Chance gegeben haben, habe ich mir ein Portfolio aufgebaut und mir den Respekt darüber erarbeitet. Jedes Mal, wenn jemand gefragt hat, ob ich überhaupt die Qualifikation habe, habe ich einfach mein Portfolio gezeigt. Das hat dann meist für mich gesprochen.
Der Umschwung zur Softwareentwicklung kam ohnehin über Empfehlungen, deswegen war es da leichter reinzugehen. Mittlerweile sind es nur noch Empfehlungen, und ich kann gerade gar keine Aufträge annehmen, weil ich zu viele Projekte aktiv habe. Respekt kommt einfach durch Ergebnisse, nicht durch dein Alter, nicht durch Qualifikationen. Den verdienst du dir, indem du machst.
Du hast uns ein Bild von diesem schicken Award geschickt. Wie setzt sich dieser Umsatz zusammen?
Der Award beschreibt einen Umsatz über 365 Tage, also ein Jahr. Wir haben mit einem Projekt über 1,5 Millionen Euro Nettoumsatz erwirtschaftet. Mittlerweile sind es über 2,5 Millionen, und für ein weiteres Projekt ist gerade ein weiterer Award in Auftrag. Das geht auf jeden Fall immer weiter.
Das ist natürlich nicht nur mein Umsatz, sondern Kundenumsatz, an dem ich dennoch beteiligt bin.
Du betreibst eine eigene Erfahrungsbericht-Seite. Wie entsteht so ein Bericht, wie wählst du die Produkte aus, und was passiert bis zur Veröffentlichung?
Die Idee kam eher aus Zufall. Ich arbeite mit vielen aus der Branche, ich bin in der Branche drin, ich habe Insider-News, die andere nicht kennen. Und ich war so zwischen Kunde und Coach. Da habe ich gemerkt: Die Differenz an Wissen, das vermittelt wird, ist enorm hoch. Es gibt viele Leute, die einfach Müll verkaufen. Ich hatte selbst Leute im Erstgespräch, bei denen ich gemerkt habe: Das passt nicht, was die verkaufen, ist nicht ehrlich. Die sind mittlerweile auch nicht mehr am Markt. Das klärt sich meist von selbst, weil Ehrlichkeit gerade im Coaching-Markt am längsten währt. Du verkaufst langfristig über Upsells und bleibst darüber profitabel. Und das funktioniert nicht, wenn du unehrlich bist.
Jedenfalls habe ich dann angefangen, Berichte zu schreiben. Das hat ganz simpel mit einer einfachen Blog-Seite gestartet, gar nicht so umfangreich wie heute. Großartig redaktionell ist es auch nicht: Ich berichte von meiner Erfahrung mit dem Produkt und sage dazu, wie das Geschäftsmodell dahinter aussieht. Wenn bei einem Produkt im Marketing nicht klar ist, worum es überhaupt geht, wenn man gewisse Wordings nicht kennt oder die Leute nicht einschätzen kann, dann haue ich das raus und exponiere das in gewisser Art und Weise.
Angefangen hat das erstmal für interne Kunden, dass ich ein bisschen bewertet habe. Auch Konkurrenz, die wirklich nicht gut war, habe ich einfach mal ehrlich bewertet. Langfristig hat sich daraus ein Affiliate-Projekt entwickelt. Wobei ich ganz klar sage: Das ist nicht meine Haupteinnahmequelle, sondern eine Nebeneinnahmequelle. Ich mache das mehr aus Spaß, weil ich merke: Die Branche ist kaputt. Die Coaching-Bubble wird immer dreister und immer unehrlicher. Da bringt man ein bisschen Ehrlichkeit rein und räumt die schwarzen Schafe aus. Für die Projekte und Produkte, an denen ich beteiligt bin, habe ich auch Affiliate-Deals, dementsprechend refinanziert sich die Seite darüber. Und auf der anderen Seite nehme ich etliche Coaches hoch, die in dem Markt für Unruhe sorgen.
Du hast dich schon kritisch zum Einsatz von KI in deiner Branche geäußert. Was heißt das konkret für jemanden, der heute mit Softwareentwicklung anfangen will?
Am wichtigsten ist, nicht Durchschnitt zu sein, und mit KI bist du Durchschnitt. Es ist super einfach geworden, Software zu bauen. Man sieht das immer wieder: Wenn man auf Social Media ein Auge dafür hat und erkennt, wie mit KI gebaute Software aussieht, dann sieht man, dass da draußen sehr viel AI-Slop unterwegs ist, wie man das jetzt nennt.
Ich gehe sogar so weit zu sagen: Jeder, der ein bisschen Grips im Hirn hat und sich damit beschäftigt, kann mittlerweile eine profitable Software aufbauen. Aber das setzt sich eben nicht nur daraus zusammen, drei, vier Prompts zu schreiben und dann zu hoffen, dass irgendjemand kauft. Der Fokus Marketing ist so groß geworden, dass er die Softwareentwicklung überwiegt.
Man kann eine Software mit KI easy bootstrappen. Wenn man aber weiterdenkt, sich eine Userbase aufbaut und das Ganze wirklich profitabel machen möchte, sagen wir mit aktiven Nutzerzahlen im höheren drei- oder sogar vierstelligen Bereich, dann sollte man sich einen Experten dazuholen. Einfach weil die KI so standardisiert ist, dass gewisse Szenarien nicht bedacht werden, wenn du sie nicht aktiv ansprichst. Thema Sicherheit, Thema Effizienz und Performance. Da merkst du relativ schnell, dass du an eine Grenze kommst, wenn deine Software wirklich hohe Nutzerzahlen tragen soll. Vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Software gerade Schwierigkeiten hat, was Datenlecks angeht, was hohe Kosten angeht, weil du mit KI enorm auf Third Party angewiesen bist, und vor allem, was Wartungsfähigkeit angeht. Wenn du KI-Software wartest, haust du einen Prompt rein, und dir zerlegt es die gesamte Software, die bisher da war. Das ist mir selbst schon relativ häufig passiert.
Deswegen habe ich mich lange geweigert, überhaupt mit KI zu arbeiten. Mittlerweile sage ich: Wenn du KI nicht nutzt, hängst du nach einer gewissen Zeit hinterher. Du musst sie also irgendwie einsetzen. Für bestehende Entwickler heißt das: Nutz KI, gib aber nicht dein Gehirn ab. Und für neue Entwickler oder Leute, die einfach eine Software bauen wollen und eine Vision haben: Go for it, bau dir was auf. Aber achte darauf, dass du alles richtig machst, und wenn du merkst, es läuft an, hol dir jemanden dazu, der sich in dem Themengebiet auskennt.
Es kommt also nicht nur auf das Entwickeln an, was die KI relativ gut kann, sondern auf das ganze Drumherum, also DSGVO, Scaling, Marketing?
Richtig, genau. Wenn man es wirklich sicher machen möchte und nicht zehn Abmahnungen am nächsten Tag auf dem Tisch haben will, dann sollte man sich damit tiefgründig beschäftigen. Thema DSGVO, Thema Datensicherheit im Allgemeinen. Wenn man sich gewisse Sicherheitslücken einmal grundsätzlich anschaut, reicht das fürs Erste, um etwas zu bootstrappen. Aber man muss sich damit beschäftigen. Und vor allem: 99 Prozent der Leute scheitern wahrscheinlich sowieso nicht daran, die Software zu bauen, sondern daran, sie zu vermarkten.
Einordnung
Zwei Dinge gehören dazu. Nicht als Einwand, sondern damit die Zahlen richtig gelesen werden.
Die Zahlen sind Umsatzzahlen. Sowohl der Plattform-Award als auch die Dashboards, in die wir Einblick hatten, weisen Umsatz aus, kumuliert über die gesamte Zeit, vor Plattformgebühren, Werbekosten und Steuern. Belegt ist damit die Größenordnung, in der Willer arbeitet, nicht der Gewinn, der am Ende bei den Beteiligten bleibt. Das ist bei Zahlen dieser Art die Regel und schmälert die Leistung nicht. Uns war wichtig, die Quelle selbst gesehen zu haben, und das haben wir.
Bewertungsportale verdienen an Empfehlungen. business-lernen.de vermittelt „Boni zu ausgewählten Angeboten“. Bei diesem Modell fließen in aller Regel Provisionen, wenn Leser über das Portal kaufen. Das ist branchenüblich, und Willer schreibt es offen hin.
Unsere Einschätzung
Die Zahlen haben wir nicht nur gehört, sondern in den Dashboards gesehen. Willer verkauft kein „Werde-reich-Coaching“, sondern Software und Inhalte. Das unterscheidet ihn von vielen Award-Trägern der Branche.
Mir gefällt an der Geschichte, dass sie nicht mit einem Investment beginnt, sondern mit einem 13-Jährigen, der etwas bauen wollte, und einem ersten Auftrag über 20 Euro. Der Weg von dort zur Millionenmarke ist über Jahre gewachsen, nicht über eine Kampagne. Und sie erzählt eine Rolle, über die sonst kaum jemand schreibt: den, der die Systeme baut, statt den, der sie bewirbt.

